PC für Videobearbeitung – Rageber + Empfehlungen für den Videoschnitt PC

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Wer an seinem eigenen PC Videos bearbeiten oder sogar hochwertige Kurzfilme in Eigenregie herstellen möchte, der braucht nicht nur entsprechende Software – auch die Hardwarekomponenten des Computers müssen einige wichtige Kriterien erfüllen. Die Videobearbeitung und -Produktion am PC ist nämlich ein extrem speicher- und rechenintensiver Vorgang, für den auch ausgewiesene Gaming-PC’s nicht automatisch geeignet sind.

Der richtige Videoschnitt PC

Neben der Rechengeschwindigkeit des Grafikprozessors spielen hier zum Beispiel auch die Leistungsfähigkeit des CPU, der verfügbare Arbeitsspeicher sowie die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der Festplatten eine große Rolle!

Aber ganz langsam. Im folgenden Ratgeber nehmen wir uns gerne die Zeit und erklären Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei einem guten PC für die Videobearbeitung wirklich ankommt, welche Hardwarekomponenten gewissermaßen Pflicht sind und worauf Sie beim Zusammenstellen und Upgraden Ihres Videoschnitt Computers achten müssen.

Apropos Zusammenstellen: Natürlich können Sie Ihren PC für die Videobearbeitung auch bereits vordefiniert, montiert und einsatzbereit kaufen – den PC selbst zusammenzustellen ergibt vor allem dann Sinn, wenn von Anfang an klar ist, welche Aufgaben der Computer bewältigen können muss und welche Komponenten dabei besonders beansprucht werden. Einen fertigen Videoschnitt PC zu kaufen ist also vor allem für Hobby Cutter und Einsteiger in die Videoproduktion eine Empfehlung.

Empfohlene PCs für die Videobearbeitung

Für die, die sich einen fertigen Videoschnitt PC kaufen wollen, haben wir im Folgenden zuerst Produktempfehlungen in verschiedenen Preiskategorien.

Videoschnitt PC’s unter 1.000 € (für Hobbyschneider geeignet)

Videoschnitt PC’s zwischen 1.000 € und 3.000 € – Für Profis

Videoschnitt PC’s über 3.000 € – Für die, die besondere Hardware brauchen

Was brauche ich für die Videobearbeitung am PC?

Die Videobearbeitung ist, wie bereits erwähnt, ein wirklich hardwarelastiger Vorgang – für jeden PC. Damit Videoproduktion, Filmschnitt und Co reibungslos und ohne Abbrüche ablaufen können, ist es besonders wichtig, schon vor dem Kauf eines Videoschnitt PC’s zu wissen, welche die tragenden Komponenten bei der Videobearbeitung sind und wie man die Hardware in Bezug auf die eigenen Ansprüche optimal auswählen beziehungsweise upgraden kann.

Besonders wichtig ist zunächst die Frage, ob Sie mit dem Videoschnitt am eigenen PC Neuland betreten, oder bereits über fortgeschrittene Erfahrung verfügen und schon eine genauere Vorstellung davon haben, in welchem Umfang Sie gerne arbeiten möchten und was Ihr PC dafür können muss.

Für Einsteiger in das Gebiet des Filmschnitts und der Videobearbeitung kann sich nämlich bereits ein vergleichsweise günstiges PC Modell perfekt eignen. Wer jedoch regelmäßig damit arbeitet, für den zahlt sich eine Mehrinvestition in die Hardware buchstäblich “schnell” aus. 

Werfen wir also einen Blick auf diese Hardware und klären, mit welchen Komponenten Ihr PC zur Videobearbeitung besonders leistungsfähig wird und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

CPU (Prozessor)

Die Gesamtleistung Ihres Prozessors ist bei der Videobearbeitung besonders wichtig, da es sich hierbei um einen extrem rechenintensiven Prozess handelt. Je höher die Prozessorleistung des Videoschnitt PC’s, desto schneller kann er die Kodierung und den Export hochwertiger Videofilme umsetzen. 

Moderne Softwaresysteme für die Videobearbeitung, wie beispielsweise Adobe Premiere, Sony Vegas oder Final Cut Pro setzen in erster Linie einen leistungsstarken CPU voraus, um optimal und zügig funktionieren zu können.

Wenn Sie mit alternativer Videobearbeitungs-Software wie zum Beispiel DaVinci Resolve arbeiten möchten, rückt zwar die Bedeutung der Grafikkarte und deren Leistungsfähigkeit mehr und mehr in den Vordergrund, doch auch hier sollten Sie definitiv Wert auf einen leistungsstarken Prozessor legen.

Die zu erwartende Leistung eines CPU’s variiert je nach Preisklasse zum Teil stark. Günstige CPU-Modelle zwischen 50 und 120 Euro reichen für rudimentäre Office- oder Multimedia-Anwendungen, sind aber aufgrund der geringen Geschwindigkeit nicht für den Videoschnitt geeignet. Zwischen 120 und 280 Euro bekommt man bereits einiges mehr an Rechenpower geboten – darunter auch Prozessoren, die sich bereits wunderbar für einen Hobby-Schneider eignen! 

Die hochklassigen Core-i7-, Core-i9- und Ryzen-7-Modelle von Intel und AMD liegen in der Regel zwischen 180 bis über 500 Euro und lohnen sich vor Allem für Highend-Systeme, die mehrere schwierige Aufgaben gleichzeitig ausführen müssen.

Wie viele CPU-Kerne braucht ein PC zur Videobearbeitung?

Zunächst gilt es in Erfahrung zu bringen, wie viele Prozessorkerne und welche Konfiguration von der Videosoftware Ihrer Wahl überhaupt unterstützt werden und unter welchen Bedingungen das Programm optimal funktioniert. Ganz allgemein lässt sich aber sicher sagen: Jede gängige Software zur Videobearbeitung arbeitet besonders gut mit einer hohen Anzahl an Prozessorkernen. Ganz klassisch eben – mehr ist mehr. 

Eine CPU mit acht Kernen zu je drei GHz liefert beispielsweise weitaus bessere Ergebnisse, als ein Chipsatz mit vier oder sechs Kernen und je vier GHz. Bei hohen Multitasking Anforderungen, die bei der professionellen Videobearbeitung schnell entstehen, sind sechs bis acht Kerne also eine klare Empfehlung. So können Hintergrundprozesse problemlos auf einen anderen, freien Kern ausgelagert werden. Im Vergleich zu den gängigen Quad-Core-Prozessoren liefern aktuell erhältliche CPU’s mit sechs oder acht Kernen deutlich schnellere Rechenzeiten, schlagen allerdings auch etwas teurer zu Buche. Hier ist man mit 180 bis 500 Euro dabei.

Die zwei unangefochtenen Marktführer im Bereich PC-Prozessoren sind Intel und AMD. Beide Hersteller bieten eine Vielzahl von Modellen an, die sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden. Aber welcher Prozessor eignet sich am besten für Ihren PC zur Videobearbeitung?

Arbeitsspeicher (RAM)

Da viel Speicherplatz zur Bearbeitung hochauflösender Aufnahmen benötigt wird, ist die Größe des Arbeitsspeichers essentiell für die Videobearbeitung. Wenn Sie mit 1080p arbeiten, benötigen Sie einen Arbeitsspeicher von mindestens 8 GB, bei Videobearbeitung in 4K sollten es schon 16 GB sein. Je größer Ihre Projekte im Allgemeinen sind, desto größer sollte auch der Arbeitsspeicher sein. Wir empfehlen allerdings, mindestens 16 GB Arbeitsspeicher zu kaufen, um flüssige Workflows zu ermöglichen.

SSD oder HDD Festplatte für die Videobearbeitung am Computer?

Bei der Videobearbeitung am PC spielt die außerdem die Speichernutzung, sowie die jeweilige Schreib- und Lesegeschwindigkeit der verbauten Festplatten eine Schlüsselrolle. Klassische HDD-Festplatten sind für den Videoschnitt eigentlich nicht mehr schnell genug. SSD Karten hingegen sind für den Fotoworkflow bestens geeignet und für den 4K-Videoschnitt heutzutage praktisch unverzichtbar. Bootvorgänge, das Öffnen verschiedener Anwendungen, das Laden und Speichern, sowie das Rendern laufen um einiges schneller ab und ermöglichen somit ein effizienteres Arbeiten.

Genauer gesagt ist es für Fortgeschrittene und Profis sogar am sinnvollsten, sich für die Videobearbeitung am PC eine SSD Festplatte zu kaufen und diese dann ausschließlich dafür zu benutzen. Um auch für größere Projekte gerüstet zu sein, sollte diese ein Volumen von mindestens einem Terabyte besitzen. Der allgemeine Trend in der Preisentwicklung zeigt bei allen Festplatten derzeit nach unten – es lohnt sich also auf jeden Fall, für angenehmere und effizientere Filmbearbeitung am PC in eine neue SSD zu investieren.

Die richtige Grafikkarte für die Videobearbeitung

Die GPU bzw. der Grafikprozessor ihres Computers ist nicht nur für das Gaming besonders relevant, sondern nimmt bei der Videobearbeitung am PC einen ebenso wichtigen Stellenwert ein. In der Regel werden hierfür eine oder sogar mehrere leistungsstarke Grafikkarten verwendet, da die Onboard-GPU’s der gängigen Mainboards dem Rendern von Videos u.Ä. einfach nicht gewachsen sind. Allerdings hat Intel einen Onboard-Grafikern in die neue Prozessorgeneration eingebaut, mit dem es möglich ist, auch 4K Videos problemlos zu dekodieren. Das bedeutet, dass damit für kleine Projekte nicht mehr unbedingt eine zusätzliche Grafikkarte benötigt wird.

Wenn Sie den PC allerdings vorrangig zum Bearbeiten von Videos kaufen oder zusammenstellen, sollten Sie dringend eine zuverlässige Grafikkarte mit einplanen. 

Das heißt nicht, dass es direkt die teuerste Grafikkarte zur Filmbearbeitung sein muss – Auch Modelle der preislichen Mittelklasse wie die GeForce GTX 1060 können hier bereits ausreichen. Wer bereit ist, trotzdem etwas mehr Geld in eine leistungsfähige Grafikkarte zu investieren, kann sich Karten wie die oder sogar die neue RTX Reihe einmal genauer ansehen. 

Tipp: Überprüfen Sie zunächst, ob der Hersteller Ihrer Software zur Videobearbeitung eine Liste mit unterstützten oder empfohlenen Grafikkarten anbietet und entscheiden Sie danach.

Weitere wichtige Bauteile für den optimalen Videoschnitt PC

Der Prozessorkühler

Damit Sie nicht in Versuchung kommen, am falschen Ende zu sparen, hier eine ganz wichtige Information über die Funktion des Prozessorkühlers in Ihrem Filmschnitt PC:

Ein guter Kühler steigert die Leistung Ihres Prozessors zwar nicht wirklich, aber dafür verlängert er die Lebensdauer Ihres Chipsatzes erheblich.

Vor allem bei übertakteten Prozessorkernen wird das Investment in einen hochwertigen CPU-Kühler quasi zwingend notwendig. Weiterhin gilt es zu beachten, dass CPU, Mainboard und Kühler miteinander kompatibel sein müssen und Ihr PC-Gehäuse ausreichend Platz für das insgesamt durchaus sperrige Ensemble bietet. In der Regel bestehen die empfohlenen Prozessorkühler aus einem Lamellenkörper mit angeschlossenem Lüfter, der direkt auf den Prozessor gesetzt wird.

Das Mainboard

Das Mainboard ist sozusagen das Fundament, auf dem Ihr Videoschnitt PC gebaut ist. Hier werden alle relevanten Recheneinheiten und Speichermedien angeschlossen und dadurch miteinander vernetzt. Wenn das Mainboard in Ihrem PC für die Videobearbeitung nicht optimal auf die restliche Hardware abgestimmt ist, kann das zu teilweise erheblichen Leistungseinbußen führen.

Wichtig ist dabei vor allem, dass das Mainboard für Ihren Videoschnitt PC in das Gehäuse hineinpasst und mit dem jeweiligen CPU kompatibel ist. Überprüfen Sie also zunächst, ob das Mainboard BIOS/UEFI Ihre gewünschte CPU unterstützt und vergleichen Sie außerdem die Sockelkennungen von Prozessor und Mainboard – diese müssen unbedingt übereinstimmen, sonst lässt sich der CPU-Chipsatz noch nicht einmal auf dem Mainboard befestigen. An dieser Stelle sollten Sie auch direkt überlegen, welche anderen oder zusätzlichen Anschlüsse Ihr Wunsch-Mainboard außerdem haben sollte, auf die Sie auf keinen Fall verzichten möchten (z.B. zusätzliche RAM-Slots für mehr Arbeitsspeicher, USB 3.1 oder eine RAIID-Funktion). Die aktuell gängigsten Bauweisen für Mainboards sind Mini-ITX (17 x 17 cm), Micro-ATX (24.4 x 24.4 cm) und ATX (30.5 x 24.4 cm) – anhand dieser Modellkennungen können Sie übrigens auch ganz leicht ablesen, ob das gewählte Mainboard in das Gehäuse passt.

Insgesamt kann ein schlecht gewähltes Mainboard die Gesamtleistung des Computers und somit auch die Videoqualität schnell negativ beeinflussen und Sie in Sachen Kompatibilität stark einschränken.

Das Netzteil

Neben all den wichtigen Bauteilen zur elektronischen Datenverarbeitung ist auch das richtige Netzteil für Ihren PC zur Videobearbeitung von großer Relevanz.

Vor allem die leistungsstarken Grafikkarten und die Prozessorkerne verbrauchen unter Volllast relativ viel Strom, weshalb Sie auf jeden Fall vor dem Kauf eines Videoschnitt-PC’s die bereitgestellte Watt-Leistung des Netzteils mit dem Gesamtverbrauch der einzelnen Komponenten abgleichen sollten.
Vor allem in Hinblick auf nachträgliche Erweiterungen und Upgrades Ihres PC’s zur Filmbearbeitung kann es sich hier aber durchaus lohnen, nicht nur mit dem Minimum an Leistung zu gehen, sondern ein stärkeres, langlebigeres Netzteil zu kaufen und so auch langfristig eine ausreichende Stromversorgung für Ihren Filmschnitt PC zu gewährleisten.

Wenn Sie dabei absolut auf Nummer Sicher gehen möchten, haben wir hier den MSI Power Supply Calculator (https://de.msi.com/power-supply-calculator) verlinkt, bei dem Sie ganz einfach alle im Videoschnitt-PC verwendeten Bauteile eingeben können, um die notwendige Mindestleistung des Netzteils automatisch ausgerechnet zu bekommen.

Das Gehäuse

Neben dem rein ästhetischen Wert des PC-Gehäuses – der natürlich Geschmackssache ist – gibt es auch hier ein Paar wichtige Punkte, die Sie vor dem Kauf zu beachten sind.

Wenn Sie bereits über die Hardware verfügen oder sich gerade einen neuen Videoschnitt PC zusammenstellen, müssen Sie bei der Auswahl des Gehäuses zunächst unbedingt auf die Bauweise Ihres Mainboards achten und ob es überhaupt in Ihr Wunschgehäuse passt. Das erkennen Sie ganz leicht am jeweiligen Modell-Kürzel Mini-ITX, Micro-ATX oder ATX in der Produktbeschreibung des Gehäuses, die sich auf die jeweils geeigneten Mainboards beziehen.

Das Gehäuse sollte außerdem über abnehmbare Seitenwände verfügen, damit Sie für Upgrades oder Wartungsarbeiten jederzeit einen Schnellen Zugang zu den Komponenten Ihres Videobearbeitungs-PC’s haben. Und ein bisschen Platz für den einen oder anderen zusätzlichen Gehäuselüfter und Kühlkörper sollte so im Idealfall auch noch übrig sein.

Was ist für die Videobearbeitung am PC außerdem wichtig?

CPU, Grafikkarte, RAM und SDD bzw. Festplatte sind diejenigen Komponenten, auf die es bei der Videobearbeitung mit dem PC und dem Notebook am meisten ankommt – das haben wir bereits geklärt. Denn nur wenn diese vier Bestandteile sorgfältig ausgewählt und aufeinander abgestimmt werden, lässt sich auf lange Sicht zuverlässig und effizient mit Filmschnitt- und Videobearbeitungsprogrammen arbeiten. Als Betriebssystem für die Filmbearbeitung empfehlen wir aus Gründen der Kompatibilität und Verfügbarkeit Windows.

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